Müllmann-Kompetenzen

April 27, 2009 at 9:46 (Menschlichkeiten)

Aufgrund meines vor der Tür stehenden Umzugs (hab ich bereits erwähnt, dass ich nur noch 4 Nächte inmitten von Cappuccino- oder Malz-Düften und einer in der Nähe einer ständig rumpelnden Tankstelle schlafen muss?) war ich heute auf dem Recyclinghof in Mainz-Hechtsheim, um meinen Elektromüll und besonders meinen alten, guten Rechner loszuwerden (der nach fast zehn Jahren endlich seinen Gnadentod gestorben ist, ich sage euch, sich von ihm zu trennen, war fast so schlimm, wie mein erstes Auto verschrotten zu lassen…)

Okay, parken und sich einordnen können die Deutschen nunmal wirklich nicht, also hat es etwas gedauert, bis ich mir inmitten von Containern ein Plätzchen gesucht habe… bin dann ausgestiegen und brav zum nächsten Mitarbeiter gegagen, um ihn nach dem vorgegebenen Prozdere zu fragen. Mal ehrlich, ich bin Sozialarbeiterin und wenn mich eins in den letzten Jahren aufgeregt hat an unserem System ist, dass es für jeden Schritt, den man tut, Vorschriften gibt und man mindestens ein Formular in drei Ausfertigungen ausfüllen muss. In meinem Heimatort musste man den Sondermüll bestellen und vorher fünfzigmal rumtelefonieren, da erwarte ich doch, dass ich wenigstens auf eine Liste eintragen muss, was ich so wegschmeissen will.

 

Der Mitarbeiter des Recyclinghofs (stilecht gekleidet in orange) war aber sehr amüsiert über meine Frage und meinte der „jungen Dame“ erklären zu müssen, in welcher Container welcher Müll kommt (die Container waren ziemlich genau gekenntzeichnet). Weil ich ja kein ungeduldiger oder unfreundlicher Mensch bin, habe ich ihn nicht gefragt, ob er mich für dumm hält und mich einfach nur bedankt. Dem ganzen die Krone aufgesetzt hat aber, dass er mich bei der Abfahrt fragte, ob ich zurecht gekommen sei und mir zeigte, wo ich die (sehr offensichtlich gut erkennbare) Ausfahrt finden könne.

 

Soviel mal wieder zum Thema Außenwirkung… meine Güte wenn der gute Müllmann wenigstens attraktiv gewesen wäre, aber ich mag keine Menschen mit selbstgefälligem Lächeln.

4 Kommentare

  1. Ju sagte,

    Ach, siehs doch von der positiven Seite: sich als Weibchen etwas blöd zu stellen und lieb zu lächeln kann auch Vorteile haben. Du hättest ihn sicher leicht dazu gebracht, alles für dich zu entsorgen. Dann hättest du keine Arbeit gehabt und er hätte sich NOCH toller und überlegener fühlen können. ;)

  2. Blogroll #7 « Tavernenspinnereien sagte,

    [...] tolle Dinge wie Albanien und die EU. Oder auch Blackberry und Linux! Da sagt sich der mit reichlich Müllmann-Kompetenzen ausgestattete Durchschnittsleser: Das ist doch mindestens so spannend wie die Gasexplosion in [...]

  3. Die gute Fee alias Valeska sagte,

    Ju … das spricht gegen die Emanzipation und ist daher inakzeptabel.

  4. Ju sagte,

    Schätzelein, lern mal, mich nicht immer gleich so ernst zu nehmen :P

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