Moderne?!

Juli 6, 2009 at 10:28 am (Menschlichkeiten)

Spätestens seit dem bereits erwähnten Litertur-Hit „Das Uschi-Prinzip“ (ich muss an dieser Stelle nochmal betonen, dass ich es weggelegt habe, um weit weniger emanzipatorische Literatur zu konsumieren ;)) wissen wir, dass Frauen mit einer akademischen Ausbildung es in der Regel schwer haben, einen Mann zu finden. Wie schwer das ist und wie verkorkst unsere Generation eigentlich ist (ein Originalausspruch meiner Mutter), habe ich gestern Nacht mal wieder in einem sehr langen Telefongespräch mit einer alten Schulfreundin feststellen müssen. Sind  wir heute wirklich so bindungsunfähig, wie wir uns gerne geben? Hat unsere Gesellschaft absolute Individualisten hervorgebracht, die einzig und allein Angst vor dem Verlust ebene jener haben und deshalb gar nicht in der Lage sind, sich wirklich und voll auf einen Menschen einzulassen, geleitet von dem Drang nach absoluter Selbstentfaltung? Treiben uns die viele Entscheidungsmöglichkeiten, die wir haben, in eine Blindheit den Dingen gegenüber, die wir bereits besitzen und die uns an sich auch zufrieden stellen? Streben wir immer nach etwas besserem und vergessen über den Rausch der Suche das was uns wirklich glücklich macht?

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… eigenartig oder was ?!

Juli 3, 2009 at 10:56 am (Leidenschaftlichkeiten)

So jetzt ist es wirklich Sommer und wir gehen alle ein vor Hitze und Hormonen. Zeit für Leidenschaften, das Ausleben gemeinsamer Heimlichkeiten, der nächtlichen Hingabe… endlich Zeit für einen amerikanischen Musicalabend! Die Teller beladen mit Chickenburgern und Wedges, der Kühlschrank vollgestopft mit Cola und Eistee und im Wohnzimmer gestapelte riesige Pappbecher und Popcorntüten, bleibt jetzt nur noch die Frage nach dem richtigen Film: Ist es klassisch Grease (wobei Teil 2 natürlich nicht fehlen darf), doch der eher böse Little Shop of Horrors oder für das Kind in uns Mary Poppins? Ich tendiere gerade zur Mean Green Mother of outer Space, aber wird werden sehen… in jedem Fall wird es mit Sicherheit ein sehr erfolgreicher Abend!

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Der Ikea-Tag

Mai 13, 2009 at 10:21 am (Menschlichkeiten)

Männer aufgepasst, Köpfe einziehen und euch einen möglichst weit entfernten Ort suchen… denn der Großeinkauf bei Ikea steht ins Haus!

Bekanntermaßen planen Frauen dafür einen ganzen Tag ein, um erstmal das Lachsbrötchen-Frühstück zu geniessen, dann stundenland durch die Möbelausstellung zu bummeln und ihren Herzallerliebsten mit neuen Dekoideen für das Schlafzimmer zu unterhalten. Er muss derweil fleissig mit viel zu kleinen Bleistiften die Regalnummer von kleinen, rosa Lacktischchen oder Himmelbetten notieren oder die Blümchenbettwäsche hinter ihr hertragen. Aber das ist noch gar nichts, nach der Mittagspause im total überfüllten Restaurant gehts endlich in die Markhalle und dort wird der von dem ach so männlichen Begleiter in stoischer Ruhe durch die Gänge geschobene Einkaufswagen gefüllt mit Kerzen, Grünzeug, Körbchen und Tischdeckchen. Da der gute Mann ja noch nichts getan hat, darf er jetzt endlich zur Tat schreiten und die schweren Kartons im Möbellager aus den Regalen ziehen, die Kreditkarte zücken und das Wunder vollbringen, ohne Bruch die zwei schwer bepackten Einkaufswagen in seinem Auto unterzubringen. Ach so ja – und abends hat er nach dem Zusammenschrauben der werten neuen Möbel einen Nervenzusammenbruch gehabt.

Ich finde ich habe letzte Woche eindrucksvoll bewiesen, dass nicht jeder Ikea-Besuch so ablaufen muss. Mein Mann war die Hexe Wetterwachs, deren kleines braves Auto toll durchgehalten hat. Lachsbrötchen hasse ich und das Hotdog habe ich auf mein T-Shirt verkleckert. Wir haben nur drei Stunden inklusive Essen gebraucht und nur eine Garnitur Blümchenbettwäsche gekauft und die in SCHWARZ (okay ich verschweige jetzt die rote Kommode)! Dieses Mal hat mich kein Mitarbeiter angesprochen ob er denn beim Tragen helfen soll und der Einkaufswagen ist nicht weggerollt auf ein anderes Auto zu… und meinen Nervenzusammenbruch hatte ich beim Zusammenbauen der Kommode selbst.

Ach manchmal kann eben auch Ikea schön sein. Mit lieben Grüssen an die Hexe Wetterwachs, deren zweiter Ikea-Besuch in ihrem Leben sie zum Kuscheln mit diversen Monstern angestiftet hat.

 

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Die Suche nach dem Katzenhimmel

Mai 12, 2009 at 7:58 am (Nachdenklichkeiten)

Manchmal im Leben bringen die unpassensten Situationen wirklich die absoluten Kuriosiäten unserer Gesellschaft hervor: Gestern habe ich eine besonders liebe Freundin zum Tierarzt begleitet, da ihr kleiner Kater  sich einen nicht heilbaren und offensichtlich tödlichen Virus eingefangen hatte und es nun wohl Zeit für ihn war, sich auf in den Katzenhimmel zu machen (Ich war wirklich erstaunt, wie sehr mich das berührt hat, ich stehe Katzen an sich sehr kritisch und argwöhnisch gegenüber. Ich mag Hunde. Und Schafe. Und Pinguine, die sind immer gut gekleidet).

 

Also gut, der Kleine schlief nun ein und die Ärztin fragte, ob man ihn denn zu Hause im Garten begraben wolle. Ich dachte immer, für „das Danach“ sorgen die Praxen, naja, falsch gewickelt, denn als meine Freundin sagte, sie möchte ihn gerne hier lassen, kam die Dame mit einigen Hochglanzbroschüren über Bestattungsunternehmen für Kleintiere zurück: Beisetzung, Einäscherung im Einzel- oder Sammeldurchgang, Bilder von einem wunderschönen Hof mit Rosenbeeten, wo die kleinen Lieblinge ihre letzte Ruhe finden können. Rosenhof und ähnliche Namen haben solche Institute und erinnern eigentlich eher an die gepflegte Anlage einer Seniorenresidenz (sagt uns diese Ähnlichkeit etwas? Ist es Zufall, dass Häuser für alte Menschen oft in der Nähe eines Friedhofes stehen… Fragen über Fragen…).

 

Mal ehrlich wie krank ist unsere Gesellschaft? Ich war richtig gehend irritiert und habe diese Broschüren in einem solchen Moment nicht nur als unangebracht, sondern schlichtweg als lächerlich empfunden. Auf einer Seite waren kleine Urnen abgebildet mit dem Schriftzug „Rex“! Schlimm genug, dass die kleine Ratte von Paris Hilton Rüschen tragen muss, aber was bitte hat das ganze mit Normalität und gesundem Menschenverstand zu tun? Ich bin immer noch ganz mitgenommen von der Vorstellung, dass ein grosser, dunkelhhaariger, seriöser Kerl die Urne mit de Asche meiner geliebten Tessa im Rosengarten beisetzt… Aaaaahh!

Korrigiert mich, wenn ich mich irre – aber treibt so etwas nicht die Störungen der Angemessenheit von Bindungen in unserer Gesellschaft auf die Spitze?

 

Ich war erleichtert, dass der kleine Kater nicht zum Rosenhof musste. Und eins muss ich an dieser Stelle wirklich mal sagen: Er und seine kleine Weggefährtin sind ernsthaft die ersten Katzen in meinem Leben, die ich wirklich ins Herz geschlossen habe. Kleiner Kerl ich wünsche dir eine gute Reise in den Katzenhimmel. Grüss Luther, Moses und Blackjack von mir.

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Umzugsfreuden

Mai 5, 2009 at 12:53 pm (Allgemeinheiten)

So jetzt ist es also passiert: Sonnenaufgänge über dem Rhein, vergessen Kellerkartons, pfeiffende Heizungen und vermisstes Geschirr in irgendwelchen Kisten – ich bin endlich umgezogen. Ein dickes Dankeschön an meine Umzugshelfer und die ganzen lieben Leute, die ich in meiner Nervosität in letzter Zeit dauerhaft zugequatscht habe.

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Der Zwang der Emanzipation

April 28, 2009 at 8:11 pm (Nachdenklichkeiten)

Ich fahre ja viel mit dem Bus. Und Busfahren regt zum Nachdenken an, besonders wenn man von latenten Übelkeitsgefühlen beim Lesen in öffentlichen Verkehrsmitteln geplagt wird (was mich echt ärgert, so viel vergeudete Zeit, die man in gute Geschichten investieren könnte…) und die Menschen um einen herum doch oft so interessant sind, dass man sich schlecht auf ein Hörbuch konzentrieren kann… seid ihr schonmal morgens vor sechs Uhr in dieser Stadt Bus gefahren… das bekommt „Zombie-Town-Mainz“ eine ganz andere Bedeutung und ihr werdet nie wieder schlecht über den Kaffeestand am Bahnhof sprechen…

Ich schweife ab. Heute galten im Bus meine Gedanken RedHeadJus Kommentar zum letzten Beitrag.

Kürzlich habe ich von einer guten Freundin – passend zur allgemeinen Lebenslage – das Buch „Das Uschi-Prinzip. Von allem nur das Beste. Wie Frauen bekommen was sie wollen.“ ausgeliehen bekommen. Ich muss hiermit – natürlich um meine Ehre als intellektuelle Frau mit Hochschuabschluss (*hust*) zu retten – sagen, dass ich das Buch zur Seite gelegt habe, bevor ich über die Mitte hinaus war. Zusammenfassend lässt sich die Aussage dieses Buches so ziemlich genau auf folgendes reduzieren: Frauen dieser Welt, tragt HighHeels und stellt auch dumm und lächelt, damit die Männer in eurer Umgebung euch als Frauchen wahrnehmen und euch alle Aufgaben, die euch nicht liegen abnehmen. Sie fühlen sich dadurch gebraucht und geschmeichelt.

Mädels ist das wirklich die Welt, wie sie funktioniert? Erliegen wir den Zwängen unserer Alice-Schwarzer-gesprägten Hippiemütter, die uns beibrachten, dass wir alles selbst können? Ist der wirkliche intelligente Schritt der Emanzipation, Männer so zu manipulieren, dass sie das tun, was wir gerne hätten?

Ich mag es bezweifeln… ganz ehrlich? Ich schlepp lieber fünfzig Wasserkisten allein, als dem selbstgefälligen Lächeln meines arroganten Nachbarn ausgesetzt zu sein. Ich habe nichts gegen produktive Arbeitsteilung, wenn das bedeutet, dass der Mann neben mir die Wäsche gern für mich bügelt und ich dafür unter seinem Auto liegen darf. Das ist gesellschaftlich funktional und vernünftig. Ich muss nicht alles selbst können. Aber muss ich meine Alt-68er-Erziehung wirklich an den Nagel hängen, nur um es ein bisschen einfacher im Leben zu haben? Oder ist es nicht gerade schön, die eigenen (Un-)Fähigkeiten voll und ganz auszuleben?

 

Was meint ihr dazu?

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Müllmann-Kompetenzen

April 27, 2009 at 9:46 am (Menschlichkeiten)

Aufgrund meines vor der Tür stehenden Umzugs (hab ich bereits erwähnt, dass ich nur noch 4 Nächte inmitten von Cappuccino- oder Malz-Düften und einer in der Nähe einer ständig rumpelnden Tankstelle schlafen muss?) war ich heute auf dem Recyclinghof in Mainz-Hechtsheim, um meinen Elektromüll und besonders meinen alten, guten Rechner loszuwerden (der nach fast zehn Jahren endlich seinen Gnadentod gestorben ist, ich sage euch, sich von ihm zu trennen, war fast so schlimm, wie mein erstes Auto verschrotten zu lassen…)

Okay, parken und sich einordnen können die Deutschen nunmal wirklich nicht, also hat es etwas gedauert, bis ich mir inmitten von Containern ein Plätzchen gesucht habe… bin dann ausgestiegen und brav zum nächsten Mitarbeiter gegagen, um ihn nach dem vorgegebenen Prozdere zu fragen. Mal ehrlich, ich bin Sozialarbeiterin und wenn mich eins in den letzten Jahren aufgeregt hat an unserem System ist, dass es für jeden Schritt, den man tut, Vorschriften gibt und man mindestens ein Formular in drei Ausfertigungen ausfüllen muss. In meinem Heimatort musste man den Sondermüll bestellen und vorher fünfzigmal rumtelefonieren, da erwarte ich doch, dass ich wenigstens auf eine Liste eintragen muss, was ich so wegschmeissen will.

 

Der Mitarbeiter des Recyclinghofs (stilecht gekleidet in orange) war aber sehr amüsiert über meine Frage und meinte der „jungen Dame“ erklären zu müssen, in welcher Container welcher Müll kommt (die Container waren ziemlich genau gekenntzeichnet). Weil ich ja kein ungeduldiger oder unfreundlicher Mensch bin, habe ich ihn nicht gefragt, ob er mich für dumm hält und mich einfach nur bedankt. Dem ganzen die Krone aufgesetzt hat aber, dass er mich bei der Abfahrt fragte, ob ich zurecht gekommen sei und mir zeigte, wo ich die (sehr offensichtlich gut erkennbare) Ausfahrt finden könne.

 

Soviel mal wieder zum Thema Außenwirkung… meine Güte wenn der gute Müllmann wenigstens attraktiv gewesen wäre, aber ich mag keine Menschen mit selbstgefälligem Lächeln.

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Hexe des Westens

April 26, 2009 at 11:23 am (Menschlichkeiten)

Resutierend aus dem Phänomen, dass es Menschen auf dieser wunderschönen Welt gibt, die eine naturgegebene Neigung zu einer gewissen Harmoniesucht in ihrem Leben haben, ergibt sich auch immer wieder der gewisse Lebensumstand, dass man dennoch auf natürliche Grenzen treffen oder diese gar überschreiten kann.

 

Zu meinem Leidwesen oder zum Glück (ich habe mich noch nicht entschieden) gehöre ich zu eben jenen harmoniesüchtigen Menschen, die Konfliktpotential einzig und allein mit sehr vertrauten Menschen entwickeln und oft eher als Schaf gelten (ich bevorzuge das schwarze natürlich).

So geschieht es denn, wenn man dann sich ganz plötzlich doch einmal auflehnt gegen irgendetwas oder irgendjemanden, dass dieses doch so ungewöhnliche Verhalten plötzlich viel mehr wiegt als das einer sowieso den ganzen Tag launischen Bergziege (ich finde Schafe viel besser als Ziegen) und man schneller als man sich versieht zur Hexe des Westens wird.

 

Müsste man also vorerst schonmal Pulver verschiessen um die ach so sensible Menschheit auf die eigenen Grenzen vorzubereiten? Oder muss ich einfach das Konstrukt umbauen?

 

Zumindest hat es meinem Freund Bob (zwei Einträge und zweimalige Erwähnung, gewöhn dich nicht dran) hoch erfreut, dass ich ab und an zur Hexe des Westens werde.

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Hello world!

April 26, 2009 at 9:23 am (Allgemeinheiten)

Hallo Welt. Der mitnichten unschuldige Herr Bob hat mich dann heute doch endlich davon überzeugt, dass so irrelevante Dinge wie Löwenzahn und Pusteblumen verpackt in schöne Worte ihre Berechtigung auf dieser Welt haben. Und ich dachte immer, ich quatsche zuviel über Belanglosigkeiten…

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